Wie man deutsche Vergangenheit entsorgt
am 14.11.2006

Geschichtsrevisionismus ist ein zentrales Thema der extremen Rechten in Deutschland. Aufmärsche zu diesem Themenfeld in Dresden, Wunsiedel, München oder Halbe erreichen Teilnehmerzahlen von mehreren tausend Personen. Geschichtsrevisionismus der extremen Rechten bezieht sich mit seinen Positionen auf Diskurse in der Mitte der Gesellschaft. Aus Historikerkreisen, Journalistik oder etablierter Politik erhält er seine Steilvorlagen. Der Vortrag wird die relevanten Diskurse aufzeigen und in ihrer Wirkung für die extreme Rechte darstellen.
Im zweiten Teil des Vortrages wird die Bedeutung des Themas innerhalb der ostwestfälischen extremen Rechten beleuchtet. Im benachbarten Vlotho mit dem dort ansässigen Collegium Humanum hat sich in den letzten fünf Jahren ein Zentrum für Geschichtsrevisionismus mit internationalen Beziehungen entwickelt. Mit dem im Collegium Humanum ansässigen Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreiten des Holocaust Verfolgten (VRBHV) spielt man in der ersten Liga der internationalen Holocaust-LeugnerInnen-Szene. Ebenfalls vom Collegium Humanum aus ging die Gründung des Vereins „Gedächtnisstätte für die Opfer des zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und Gefangenenlager“, der personelle Überschneidungen zum VRBHV aufweist. Dieser Verein erwarb im letzten Jahr eine große Immobilie in der Nähe von Leibzig, die als Gedenk- und Tagungsstätte auch für die extreme Rechte genutzt werden soll.
Vortrag
Dienstag // 21. November 2006 // 20:00 Uhr
Universität Bielefeld // Hörsaal 8
Veranstalter: AStA Uni Bielefeld

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