Das Seminar soll als eine Einführung in Theorie und Praxis der französischen Avantgardebewegung der Situationistischen Internationale (1957-1972) dienen. Grobe thematische Schwerpunkte unseres Seminar sind:

  • eine Einführung in Geschichte und Theorie der S.I.

  • eine Einführung in die Kritik des Alltagsleben und des Spektakels

  • eine Einführung in die Praxisformen der S.I. (z.B. das “Umherschweifen”, die Zweckentfremdung und die Psychogeographie)

  • das Fortwirken der Gedanken der S.I. in Punk, Culture Jamming, Adbusting und postmoderner Theorie

Zudem habt ihr die seltene Gelegenheit zwei Filme von Guy Debord (”La Société du spectacle”, 1973 und “In girum imus nocte et consumimur igni”, 1978) zu sichten und zu besprechen.

Referent: Lars Hillebrand
Übersetzung der Filme: Baptiste Colin

Freitag, 08.12. 19h-22h // Sa 09.12. 11h-22h // So 10.12. 11h-15h
BürgerInnenwache // Rolandstr.16 // 33615 Bielefeld
Veranstalterin: Antifa-AG Uni Bielefeld
in Kooperation mit dem AKE-Bildungswerk (Vlotho)

Die Filme werden ins Deutsche übersetzt. Sie werden abends gemeinsam angeschaut, woraus die recht späten Schlusszeiten resultieren.
Das Seminar ist kostenlos. Kaffee, Tee, Wasser und Häppchen gibt’s auf lau. Um Mittagessen am Samstag bitte selber kümmern. Schlafplätze evt. auf Anfrage möglich. Es wird einen Reader mit vorbereitenden Texten geben. Darum ist eine Anmeldung notwendig. Bitte persönlich im Raum der Antifa-AG, Montag 12h30-14h oder per Mail unter situation@popez.org

Die Leidenschaften sind oft genug interpretiert worden - es kommt jetzt darauf an, neue zu finden! (Guy Debord; 1957)

Die Gruppe um Guy Debord thematisierte u.a. die Totalität der Massenmedien und die Totalität des Alltagslebens. Ihr Hauptanliegen war die Aufhebung des vermeintlichen Gegensatzes von Kunst und Leben. Sie forderten in diesem Sinne die Realisierung der Versprechungen der Kunst im Alltagsleben. Die S.I. legten ihren Schwerpunkt neben der kritischen Theoriebildung besonders auf die Praxis, die Aktion. Die S.I. war besessen vom Moment, von der Situation. In ihren Texten liest man von utopischen Städten, die ausschließlich der Produktion von Präsenz und der Leidenschaft dienen. Arbeit und die Langeweile des Alltagslebens waren ihre erklärten Feinde. In Anlehnung an Marx kritisierten sie nicht nur die Entfremdung der Arbeit, sondern sie erweiterten die Entfremdung auch auf das Alltagsleben.
Das von uns angebotene Seminar möchte zentrale Texte der S.I. produktiv diskutieren. Dabei soll nicht außer Acht gelassen werden, dass wir es hier mit einer Symbiose aus Ästhetik und politischer/libertärer Theorie zu tun haben. Das poetische Element der S.I. ist ein zentraler Bestandteil ihres Schaffens.

Kommentare sind geschlossen.